Infos zur Munitionsherstellung

Infos zur Munitionsherstellung

Einige Worte zu unserer Skadi Patronenlinie .


Jäger die in der heutigen Zeit die optimale bleifreie Kugelpatrone für Ihren speziellen Einsatzbereich benötigen, finden Mittlerweile ein großes Angebot.

Jeder der etwas mit Munitionsfertigung zu tun hat, ist, als die Vorschriften der Länder zu der Umstellung auf „bleifrei“ gekommen sind, noch schnell auf diesen fahrenden Zug aufgesprungen und hat irgendeine Konstruktion bleifrei Geschoss auf den Markt gebracht, wobei die meisten Hersteller der Meinung waren, das „gelbe vom Ei“ neu erfunden zu haben.

Wir hatten in den Jahren von 1994 bis 1998, im Bezug auf „bleifrei Munition“ Geschosse aus amerikanischer Fertigung verwenden müssen, es gab damals nichts anderes. Die Erfahrungen unserer Kunden und auch die eigenen Erfahrungen hatten jedoch gezeigt, dass diese Geschosse nur in einem gewissen Geschwindigkeitsbereich bezüglich des Aufpilzverhaltens sowie der Augenblickswirkung funktioniert haben, wobei die Regel galt, je leichter das Geschoss und je höher die Geschwindigkeit, umso besser die Wirkung bzw. kürzer die Fluchtstrecken von beschossenem Wild. Enorme Laufverschmierungen waren die Regel, je leichter und schneller das Geschoss, umso mehr Ablagerungen gab es, wobei man nicht um eine chemische Laufreinigung innerhalb von kürzesten Putzintervallen gekommen ist, da sich durch die starken Verunreinígungen Präzisionsprobleme in allen Kalibern eingestellt hatten.

Wir sind mehr als froh gewesen, als 1998 die Firma Reichenberg mit beschichteten Kupfergeschossen welche auf Führungsbändern durch den Lauf gehen und vor allem „Made in Germany“ auf den Markt gekommen ist. Wir haben, nachdem die Geschosse auf Funktion und Präzision getestet wurden, Schritt für Schritt unsere Fertigung von „bleifreien Patronen“ auf die Reichenberg Geschosse umgestellt.

Bei dem, mittlerweile immer größer werdenden Angebot die richtige Patrone zu finden erfordert viel Zeit und Geduld, denn es müssten mehrere Sorten Patronen getestet werden um zu einem Ergebnis zu gelangen, dies bedeutet aber den Einsatz von nicht unerheblichen finanziellen Mitteln

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Das Problem mit „bleifrei Patronen“:

Wir haben unseren Kunden bei der Wahl der Geschossform, bzw. wichtiger, des Geschossgewichtes immer und immer wieder gesagt, dass es falsch ist ein Kupfergeschoss mit dem Geschossgewicht zu wählen wie vorher die bleihaltigen Geschosse verwendet wurden. Die Kunden welche darauf gehört hatten sind, nachdem die Patronen getestet wurden, zu dem Resultat gekommen, dass wir sie richtig beraten haben und die Kunden, die der Meinung waren es besser wissen zu müssen, haben nachdem die Patronen getestet wurden über schlechte Wirkung und lange Fluchtstrecken geklagt. Bei bleifreien Geschossen gilt die Regel "lieber viel Hubraum anstatt viel Spoiler" was bedeutet je höher das Geschossgewicht umso besser die Augenblickswirkung und umso kürzer die Fluchtstrecken wenn von einem Teilzerlegungsgeschoss die Rede ist. Bei reinen Deformationsgeschossen ist es umgekehrt weil, je leichter das Geschoss, umso besser pilzt es auf und umso besser lässt es sich im Wildkörper bremsen womit mehr Energie abgegeben wird, das Restgewicht aber immer noch für sicheren Ausschuss sorgt.. Was hilft es, wenn eine z.B. 6,5 x 57 R mit einem Geschossgewicht von z.B. 6,0 Gramm mit 240 Meter GEE angegeben ist, es sich dabei um ein Teilzerlegungsgeschoss handelt und das Restgewicht nicht mehr für einen Ausschuss reicht und am laufenden Band nur Nachsuchen produziert werden. Daher werden von uns in den Skadi Kalibern nur Geschossgewichte angeboten, die sicher funktionieren und die beste Wirkung bringen.

Was Sie über Reichenberg Geschosse wissen sollten:

Es gibt grundsätzlich 4 verschiedene Konstruktionen für die in Deutschland am meisten verwendeten Jagdkaliber:

a, HDB Universal – (ein reines Deformationsgeschoss)

b, HDB oH – (ein Geschoss mit offener Hohlspitze welches 2 Splitter abgibt)

c, HDB DJ – (ab Kaliber 8 mm S ein Drückjagdgeschoss welches, je nach Auftreffgeschwindikeit, bis zu 2 Splitter abgibt, wobei hier gilt, je langsamer die Auftreffgeschwindigkeit, umso mehr Splitter)

d, HDB TZ PS - (ab Mitte 2015 in den Kalibern .30 und 8 mm S ein Teilzerleger mit Plastikspitze der 3 Splitter abgibt und der Restkörper ca. 75 % des Ursprungsgewichtes behält. Von der Wirkung her sind diese Geschosse noch besser als die HDB oH und Zuführprobleme aus Waffen die HDB oH nicht sauber repetiert haben gibt es damit auch nicht mehr)

 

Was bei der Verwendung von Patronen mit Reichenberg Geschossen beachtet werden sollte:

Es kommt vor, dass einige wenige Repetierbüchsenmodelle beim schnellen nachrepetieren Probleme mit Patronen haben, welche das HDB oH Geschoss tragen. Dies gilt insbesondere für Waffen, welche die Patronen im Magazin zweireihig lagern und dazu keine Rampe besitzen welche die Zuführung der Patrone mit unterstützt. Die Patronen werden somit aus der Patronenlagermitte gesteuert und die flache Geschoßspitze der HDB oH stößt an den gegenüberliegenden Patronenlagerrand. Auch Waffen mit Kunstofftrommelmagazinen oder einer Kunststofframpe haken hin und wieder bei Verwendung von Patronen mit HDB oH Geschossen. Komischerweise passiert das bei Waffen von amerikanischen Herstellern nicht, die Waffen können dabei noch so billig sein.

Der Repetiervorgang von HDB oH Patronen funktioniert immer bei Waffen mit einreihigen Magazinen weil die Patrone gerade vor dem Lager steht und auch gerade in das Lager repetiert wird..

Sollten Sie sich nicht sicher sein ob Ihre Waffe eine Patrone mit HDB oH Geschoss repetiert, nehmen Sie bitte Rücksicht auf die eben genannten Kriterien.

Im dem Fall dass HDB oH Geschosse in Ihrer Waffe haken, entscheiden Sie sich bitte für eine Laborierung, welche das HDB Universal Kegelspitz Geschoss trägt. Diese Geschosse sind reine Deformationsgeschosse und sind daher vom Geschossgewicht so leicht wie nur möglich zu wählen. Da die HDB Geschosse nicht splittern, kann die erforderliche Augenblickswirkung nur über die Geschossgeschwindigkeit realisiert werden.

Bei Waffen ab Kaliber 8 mm S wäre auch das HDB DJ Geschoss noch eine Alternative, diese Geschosse sind zwar an der Spitze auch flach, jedoch ist die flache Stelle gut 50 % kleiner als bei HDB oH und die genannten Schwierigkeiten mit der Zuführung der HDB oH in den jeweiligen Waffenmodellen, konnten bei Verwendung von HDB DJ Geschossen in den meisten Fällen überwunden werden. Die beste Alternative wären aber in dem Fall die Wahl des HDB TZ PS wenn sie eine Waffe im Kaliber .30 (also z.B. .308 Win., .30-06 Spf., .300 Win. Mag. usw) oder im Kaliber 8 mm S besitzen. Die HDB TZ PS gibt es leider nur in diesen beiden Kaliberdurchmessern.


Auftreffgeschwindigkeiten welche die HDB Geschosse haben sollten:


a, HDB Universal Kegelspitz --- 600 – 650 m/s

b, HDB oH --- 400 – 450 m/s

c, HDB DJ --- 400 – 450 m/s

d, HDB TZ PS --- 350 - 400 m/s

Zielmedienbeschüsse mit allen genannten HDB Geschossen haben ergeben, dass diese ab den genannten Auftreffgeschwindigkeiten voll ansprechen und deren erwartete „Arbeit“ tun.

 

Die Kaliberpalette:

Wir bieten alle gängigen Kaliber in den Laborierungen an, von denen wir der Meinung sind und bei welchen die Erfahrung gezeigt hat, dass diese funktionieren und deren Erwartungen erfüllt werden. Es gilt immer die Regel wenn HDB Universal Kegelspitz, Geschossgewicht so leicht wie möglich. Wenn HDB oH, Geschossgewicht so schwer wie möglich und bei Waffenmodellen ab Kaliber 8 mm S nehme man das HDB DJ wenn Ihnen Patronen mit schweren HDB oH Geschoss von der GEE her nicht zusagen. Aufgrund der Tatsache dass wir immer Losgrössen von mindestens 1000 Patronen beim Beschussamt vorlegen müssen, können leider keine Sonderwünsche berücksichtigt werden und deshalb wurden auch einige Kaliber aus dem Angebot genommen.



Zum Thema Waffenreinigung:


Alle HDB Geschosse sind beschichtet, Sie sollten vor der Umstellung auf Patronen mit HDB Geschossen den Lauf Ihrer Waffe chemisch reinigen und danach 2 bis 3 Schuss machen, damit sich die Beschichtung im Lauf anlegen kann und diesen somit auch konserviert. Die Intervalle der Laufreinigung können bei angelegter Beschichtung sehr großzügig gestaltet werden, im Allgemeinen reicht es aus, den Lauf nach einem Schuss mit einer Reinigungsschnur mit eingewebter Bürste durchzuziehen. Was die Reinigungsschnüre betrifft raten wir an, diese vom Kaliberdurchmesser her 0,5 mm größer zu wählen. (z.B. für Kaliber ,308 eine 8 mm Schnur)


Sollten Sie z.B. im Schiesskino Munition mit anderen Geschossen verwenden welche nicht beschichtet sind, beachten Sie bitte, dass diese unbeschichteten Geschosse die Beschichtung welche von den HDB Geschossen im Lauf angelegt wurde mit hinaus nehmen, dann beginnen im Lauf Ablagerungen zu hinterlassen und wenn Sie danach wieder Patronen mit HDB Geschossen verwenden und den Lauf vorher nicht chemisch reinigen, konservieren die HDB Geschosse die Ablagerungen der Vorgängergeschosse mit ein und die Treffpunktlage ändert sich. Wir raten daher an, nach dem Einsatz von unbeschichteten Geschossen den Lauf chemisch zu reinigen bevor Sie zu den HDB Geschossen zurück wechseln, damit dann 2 bis 3 Schuss zu machen bis die Beschichtung wieder so wie vorher im Lauf angelegt ist.


Verwendung je nach Revierverhältnis:


Bei Feldrevieren in denen öfters weite Schüsse erforderlich sind wird man nicht um die Verwendung der leichtesten HDB Geschosse im jeweiligen Kaliber herumkommen, wobei da anzuraten ist, den Schuss lieber 2 Finger breit höher auf die Lunge anzutragen


Bei Mischrevieren (Wald – Feld) wäre ab Kaliber 8 mm S das HDB DJ eine echte Alternative und nur weil dieses Geschoss Drückjagdgeschoss heisst, bedeutet dies nicht, dass es für die Verwendung am Ansitz nicht geeignet wäre. Je nach den vorkommenden Schussentfernungen sind aber in Mischrevieren eigentlich alle verfügbaren HDB Konstruktionen einsetzbar, verfügt man über einen Entfernungsmesser und eine Absehen Schnellverstellung, dann erst recht und je weiter das Ziel entfernt ist, umso mehr Zeit zum messen und verstellen hat man.


Bei Waldrevieren mit dichtem Bewuchs ist die Verwendung der schwersten HDB oH Konstruktionen die beste Alternative. Hier gilt so wie beim Fahrzeugtuning „lieber Hubraum anstatt Spoiler“ und mit Hubraum ist hier das Geschossgewicht gemeint weil damit die beste Augenblickswirkung gewährleistet ist.


Ein Wort zum Schluß:


Wir jagen hier in Deutschland und haben in den allerseltensten Fällen „amerikanische“ Jagdverhältnisse wo man auf 300 Meter aufwärts noch auf Wild schiessen müsste. Unseres Erachtens ist es also nicht so wichtig, dass z.B. ein Kaliber 6,5 x 57 R mit einem ultraleichtem Geschoss eine GEE von 270 Meter hat, wobei man wissen sollte, je leichter ein Geschoss ist, umso schneller nimmt bei weiten Schüssen die Geschwindigkeit ab und umso weniger Energie kommt im Ziel an. Hier wären Messungen anzuraten weil Papier bekanntlicherweise sehr geduldig ist. Wir vertreten die Meinung dass es viel wichtiger ist wenn beschossenes Wild sauber und schnell zum liegen kommt und die Wildbretentwertung dementsprechend gering ausfällt.